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Grußwort des Bundesaußenministers Herrn Heiko Maas

Meine Damen und Herren, „Wer Häuser baut, der bleibt“ - dieses Zitat ist Ihnen sicher bekannt. Der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat es verwendet, als er gemeinsam mit Ihnen, lieber Rabbi Teichtal, vor knapp 11 Jahren das Bildungszentrum in Ihrer Gemeinde eingeweiht hat. Und lassen Sie mich heute hinzufügen:“„Wer einen Campus baut, der baut die Zukunft“. Denn der Jüdische Campus ist ein starkes Zeichen, ein dauerhaftes Bekenntnis zur Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland und eine hoffungsvolle Bereicherung für die Bildungslandschaft in Berlin. 80 Jahre nach den Pogromen des Jahres 1938, als jüdische Bildungseinrichtungen brannten, wird dieser Campus eine schmerzhafte Lücke schließen. Nach dem unvorstellbaren Zivilisationsbruch der Schoah ist dies ein wahrhaft „wunderbares“ Geschenk für uns Deutsche – denn es erwächst aus dem Wunder der Vergebung. Wir dürfen deshalb nie vergessen, dass es eben keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir heute mit dem Spatenstich für den Jüdischen Campus die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland feiern können. Wir verdanken dies Menschen wie Ihnen, lieber Rabbi Teichtal und den Mitgliedern der Gemeinschaft Chabad Lubawitsch im In- und Ausland, die durch ihren unermüdlichen Einsatz zur Wiederbelebung jüdischen Lebens Vertrauen aussprechen in unsere Demokratie und in die Offenheit unserer deutschen Gesellschaft. Wir wollen diesem Vertrauen gerecht werden! Das bedeutet, dass Deutschland für die Existenz und die Sicherheit Israels eintritt. Und es ist mir eine persönliche Verpflichtung, dass wir jeder Form von Antisemitismus und Rassismus entschieden entgegentreten und uns für die Achtung der Menschenrechte einsetzen – bei uns hier in Deutschland und weltweit. Das gilt für diejenigen, die schon immer hier gelebt haben und das gilt genauso für diejenigen, die zu uns gekommen sind. Unsere Verantwortung, jüdisches Leben, jüdischen Glauben zu schützen - sie endet nie. In solchen Zeiten brauchen wir Orte der Begegnung. Orte an denen Meinungsvielfalt und Austausch im Vordergrund stehen - frei nach dem jüdischen Sprichwort „Zwei Juden - drei Meinungen“. Orte, an denen Menschen nicht nur übereinander, sondern vor allem miteinander sprechen und voneinander lernen. Orte, an denen Menschen ganz unterschiedlicher Religionszugehörigkeit sich begegnen, gemeinsam Sport machen und zusammen feiern.

Der Jüdische Campus Berlin wird ein solcher Ort sein – dafür sind wir unendlich dankbar! Meine Damen und Herren, ein großer jüdischer Sohn unseres Landes, Heinrich Heine, hat einmal gesagt: „Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt.“ Das stimmt zwar in Zeiten von Bitcoins und bargeldlosem Zahlungsverkehr nicht mehr so ganz - wobei bei Bitcoins das Geld ja schneller weg ist, als Münzen rollen können - aber ich freue mich trotzdem, dass viele Geldgeber, allen voran die Pears Foundation, die Botschaft anscheinend verstanden haben. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank! Auch die Bundesregierung freut sich, einen Teil zum Gelingen dieses Projekts beigetragen zu haben. Bevor ich jetzt das Wort an Klaus Lederer übergebe, möchte ich Ihnen noch eine jüdische Überlieferung erzählen, die mich zu einem kleinen Geschenk inspiriert hat. Die Geschichte handelt vom reichen persischen König Artaban, der einem klugen.

Rabbi eine kostbare Perle geschenkt hat. Der König bat den Rabbi, sich seinerseits durch ein Geschenk zu revanchieren. Da schickte ihm der Rabbi eine Mesusa, einen Segensspruch auf einem Pergament, der in einem Behälter am Türpfosten jüdischer Häuser befestigt wird. Der König war ziemlich empört und sagte dem Rabbi: „Warum schenkst Du mir etwas, das keinen Wert hat?“ Der kluge Rabbi antwortete ihm: „Unsere Geschenke lassen sich nicht vergleichen. Dein Geschenk muss ich jeden Tag wie meinen Augapfel hüten, während mein Geschenk Dich behüten wird.“   Lieber Rabbi Teichtal, ich habe Ihnen heute keine teure Perle mitgebracht, sondern ein Behältnis für eine Mesusa. Sie sehen, ich teile Ihre Zuversicht, dass hier bald Türpfosten stehen, um Mesusot daran anzubringen. Mögen sie den Jüdischen Campus Berlin und die Menschen, die darin ein- und ausgehen, allezeit behüten! Vielen Dank, Schalom!

 

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 Grußwort des Bürgermeisters und Senators von Berlin, Herrn Dr. Klaus Lederer

Sehr herzlich begrüße ich Sie zum heutigen Spatenstich für den Jüdischen Campus Berlin. Der Bau dieser Einrichtung ist für unsere Stadt, für die Jüdische Gemeinde zu Berlin und natürlich für Chabad Lubawitsch ein wunderbares Beispiel für das jüdische Leben in unserer Stadt. Und: Das großartige, zukunftsgewandte Ereignis zeigt, wie stark in Berlin die Präsenz und Vielfalt jüdischer Kultur und jüdischen Glaubens ist! Nach dem Zweitem Weltkrieg und der Schoa erschien das kaum vorstellbar. Wir finden heute in Berlin eine dynamische jüdische Gesellschaft, die am schnellsten wachsende jüdische Gemeinschaft hierzulande und wohl auch in Europa, die in der Religion, in Kultur, Wirtschaft, Politik und in der Wissenschaft selbstbewusst auftritt. Junge Jüdinnen und Juden tragen so nicht nur ihre eigene vielstimmige Gemeinschaft: Sie gestalten unsere Gesamtgesellschaft mit, in Berlin und weit darüber hinaus. Chabad Lubawitsch ist hierfür ein wichtiges Beispiel. Die Stadt, in der Jahrhundertlang jüdisches Leben seinen Platz fand, in der Moses Mendelssohn wirkte und in der auch Menachem Mendel Schneerson – bevor die Nazis ihn vertrieben – einige Jahre lebte, ist heute wieder ein Anziehungspunkt für viele junge jüdische Menschen und für jüdisches Leben geworden. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Mit dem Bau des Campus geht ein persönlicher Wunsch von Rabbiner Teichtal in Erfüllung. Durch seinen unermüdlichen Einsatz, den er seit über zehn Jahren diesem Projekt widmet, konnte die Planung erstellt und die Finanzierung gesichert werden. Ab heute kann sich die Gemeinde ganz auf die Umsetzung konzentrieren.

Der neue Campus wird jüdische Kultur und jüdischen Glauben vermitteln. Ich bin sicher, dass der Campus für unsere Stadt ein einzigartiger Standort jüdischer Bildung und Kultur sein wird. Das Gemeindeleben erhält hier einen neuen Ziel- und Treffpunkt. Das Land Berlin, die Deutsche Klassenlotterie Berlin und die Bundesregierung haben bereits in dieses wertvolle Projekt investiert. Die Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus haben in einer einmaligen Aktion zuletzt noch Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds-Fonds (SIWANA-Fonds) zur Verfügung gestellt. Nicht zuletzt Sponsoring und Spenden tragen dazu bei, dass der Campus ab heute errichtet werden kann. Ich danke allen für die Bereitschaft, das Vorhaben ebenfalls zu unterstützen. Besonders wichtig ist mir, dass mit dem

Campus von Chabad Lubawitsch, mit dem Neubau, für den wir heute den ersten Spatenstich setzen noch stärker als zuvor ein Zeichen gegen Antisemitismus und Intoleranz gesetzt wird. Zitat: „Wer baut, der bleibt“ (Zitat Ende), haben Sie Herr Teichtal kürzlich gesagt. Das ist die richtige ermutigende Botschaft – nach Innen wie nach Außen! Das ist eine Ansage: Die jüdische Gemeinde in Berlin ist fest verankert und Teil des gesellschaftlichen Lebens. Darüber freue ich mich. Aber wir müssen mehr tun, um dem alltäglich sichtbaren und unsichtbaren Antisemitismus zu begegnen! Ihm unseren ganzen Widerstand entgegenzusetzen. Es ist wichtig, dass wir immer wieder erinnern und mahnen. Ich bin mir allerdings sicher, dass wir auch eine neue Form der Erinnerungskultur finden müssen. Aus diesem Grunde haben jüdische Einrichtungen und meine Senatsverwaltung die Durchführung eines Zukunftskongresses im November 2018 geplant.

Jüdinnen und Juden aus ganz Deutschland werden auf einem Treffen in Berlin über ihre Zukunft in der Bundesrepublik diskutieren. Rund 1000 Teilnehmer wollen sich über die Perspektiven in Deutschland austauschen. Wir leben in einer Gegenwart, in der wir zunehmend mahnen und den Anfängen wehren müssen. Der Kongress ist ein Mittel, um auf diese Herausforderung zu reagieren. Der Pears Jüdische Campus Berlin ist ein weiteres, sichtbares positives Element, um der Intoleranz entgegen zu treten. Ich wünsche Ihnen, Rabbiner Teichtal, und der Gemeinde, dass der Campus bald errichtet wird; dass die Bauarbeiten stetig vorangehen und auch… dass der Bau nicht teurer wird als geplant. Dann freue ich mich darauf, dass wir gemeinsam den Campus gebührend einweihen. Vielen Dank und Masel tov!

 

 

Grußwort des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Berliner Abgeordnetenhaus,  Herrn Raed Saleh

Meine sehr geehrten Damen, meine sehr geehrten Herren, lieber Rabbiner Teichtal, ich weiß nicht, ob auch andere von Ihnen dieselbe Erfahrung gemacht haben wie ich im Grundschulalter. Ich saß oft im Alter von sieben oder acht Jahren im Bus oder in der U-Bahn und schaute mir die Menschen an. Vor allem die älteren Menschen interessierten mich, diejenigen, die im Oma- oder Opa-Alter waren. Mich interessierte die Frage immer wieder, ob diese Menschen, die mir gegenübersaßen, die netten, freundlichen Menschen nicht selbst in der schweren Zeit, in der dunklen Zeit unserer deutschen Geschichte mal Täter waren, oder weggeschaut haben oder einiges toleriert haben nach dem Motto: Man konnte ja nicht anders. Ich kam immer wieder zu dem Schluss, dass die Menschen, die ich sehe und die Menschen, die ich treffe, niemals Täter gewesen sein konnten. Das waren nette Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt Berlin. Aber ich habe mich geirrt. Die Täter, die Mitläufer, die Hetzer, die gab es auch damals während meiner Kindheit und die gibt es heute immer noch bei uns in Deutschland. Einer von denen war damals vier Jahre alt, als der Krieg aufhörte. Und er sitzt heute als Vertreter einer großen Partei im Bundestag. Und dort schwadroniert er darüber, dass das dunkelste Kapitel unserer Geschichte nur ein Vogelschiss in einem längeren Zeitraum sei. Ich als deutscher Sozialdemokrat schäme mich für die Äußerungen dieses Mannes. Ich schäme mich als deutscher Demokrat dafür, dass man versucht zu lamentieren und dadurch den Eindruck erweckt, als wären die Geschehnisse von 1933 bis 1945 einfach eine Randnotiz der Geschichte. Damit weckt man alte Geister. Damit fängt man an, Sachen zu relativieren und erweckt am Ende den Eindruck, es war ja nicht alles so schlimm. Meine Damen und Herren, hier ist die Politik gefragt. Jeder von uns ist gefragt, ein Zeichen zu setzen und zu sagen: „Bis hierher und nicht weiter!“ Denn Totschweigen, denn Aussitzen macht keine Situation besser, sondern es verharmlost bloß die Geschehnisse in diesem Land. Und noch immer gibt es viele Menschen, die anscheinend nichts gelernt haben aus der Geschichte.  Ich erinnere mich genau daran, was der große Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Deutschland, Heinz Galinski einmal gesagt hat. Er hatte ein Foto gesehen, auf dem eine Synagoge brannte. Links und rechts der Synagoge standen Feuerwehrleute. Sie hielten den Feuerwehrschlauch, das schützende Wasser gegen die Gebäude. Aber nicht gegen die Synagoge, sondern gegen die Nachbargebäude, damit die nicht in Flammen aufgingen. Und Heinz Galinski sagte damals den Satz. „Es war nicht die Tat der wenigen, die mich so sprachlos macht. Es war das Schweigen der Mehrheit, das das Problem in unserem Land ist.“ Und in diesem Sinne möchte ich alle ermutigen zu sagen: Bis hierher und nicht weiter, wenn es darum geht, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen. Wenn es darum geht, AfD-Leute und andere in ihre Schranken zu weisen. Wenn es darum geht, einen Marsch auf den Reichstag zu verhindern. Ich bin stolz darauf, wenn es Berliner Disco-Betreiber sind, die dann sagen: Wir stoppen diese Leute. Kein Zentimeter Raum für diese Menschen meine Damen und Herren! Und es sind Menschen wie Sie, lieber Rabbiner, die klare Zeichen setzen: Mit dem heutigen Spatenstich sagen Sie: wir bauen. Und das Haus, das hier entstehen wird, ist in meiner Wahrnehmung nicht nur ein jüdisches Zentrum. Es ist im Grunde genommen ein Ausdruck – Stein auf Stein – für die Freiheit in unserem Land, für die Freiheit in Berlin, für die Freiheit der Menschen. Sie bauen Stein auf Stein das auf, was eine große Vision für unser Land sein kann: ein Miteinander in klaren Regeln für alle, aber ein tolerantes Miteinander. Wo wir es nicht dulden, dass Menschen attackiert werden, weil sie israelische Musik hören. Wo wir es nicht dulden, dass ein behinderter Mensch fast erdrosselt wird, weil er beim Fußballspiel die falsche Fanfarbe trägt. Wo wir es nicht hinnehmen, dass einer Frau ihr Kopftuch vom Kopf gerissen wird. Und wo wir es nicht hinnehmen, dass ein Mensch mit Kippa nicht mehr in Nordneukölln spazieren gehen kann. Stopp, bis hierher und nicht weiter, meine Damen und Herren. Ich habe kein so schönes Geschenk wie der Minister dabei, aber ich habe einen Gruß, den ich mitbringen soll. Und zwar einen Gruß von einer Dame, die bei uns in der Nachbarschaft wohnt und stolze 100 Jahre alt ist. Die Dame sagte mir, nachdem ich ihr erzählt habe, wo ich demnächst sein werde: „Grüßen Sie mir ihren Freund den Rabbiner und grüßen Sie mir alle Festgäste und sagen Sie ihnen folgende Botschaft: Dieses Mal werden wir nicht schweigen, wenn nur ein Mensch jüdischen Glaubens in seiner Freiheit eingeschränkt wird.“ In diesem Sinne: Shalom, Salam, Friede!

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Grußwort des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Herrn Dr. Josef Schuster
(verlesen vom Geschäftsführer Herrn Daniel Botmann)

Kwod Harabbanim, lieber Rabbiner Teichtal, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr gerne wäre ich heute nach Berlin gekommen, um bei diesem besonderen Ereignis dabei zu sein. Wegen langfristig zugesagter anderer Termine konnte ich das aber leider nicht einrichten, und so lasse ich Ihnen meine herzlichen Grüße und alle guten Wünsche überbringen! Dies ist ein besonderer Tag. Denn heute wird in der Stadt, in der die Schoa geplant und organisiert wurde, in der Stadt, die ihre rund 150.000 jüdischen Einwohner zwischen 1933 und 1945 fast komplett vernichtete, in dieser Stadt wird mit dem Ersten Spatenstich für den Pears Jewish Campus ein unübersehbares Zeichen für das gewachsene, moderne jüdische Leben gesetzt. Das ist ein Freudentag für die jüdische Gemeinschaft in Berlin und in Deutschland. Das ist aber vor allem ein Freudentag für die ganze Stadt. Denn nach vielen antisemitischen Vorfällen in Berlin, die uns in jüngster Zeit sehr beschäftigt und sehr beunruhigt haben, kann die Stadt im Umgang mit diesem jüdischen Campus ihre Verbundenheit zur jüdischen Gemeinschaft beweisen. „Arm, aber sexy“ – so hat der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit einst die Stadt charakterisiert. Mit diesem jüdischen Campus wird die Stadt Berlin viel reicher, reicher an Bildung, reicher an Dialog, reicher jüdischem Leben und vor allem reicher an purer Lebensfreude. Mit dem heutigen Spatenstich setzt die jüdische Gemeinschaft auf jeden Fall ein deutliches Zeichen: Wir sehen hier unser Zuhause. Wir lassen uns von Menschen,

denen unser friedliches Zusammenleben ein Dorn im Auge ist, nicht entmutigen! Und auch unsere Kinder sollen sich hier wohlfühlen. Und man sich die Pläne und Bilder anschaut, wie der Kindergarten, die Schule, die Sporthalle und überhaupt der gesamte Bau einmal aussehen sollen, dann freue ich mich schon auf die Einweihung und die vielfältigen Aktivitäten, denen der jüdische Campus ein Zuhause bieten wird . Lieber Rabbiner Teichtal, Sie haben den ganz entscheidenden Anteil daran, dass der Jüdische Campus Wirklichkeit wird. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die Finanzierung und die Planung in so kurzer Zeit so weit gediehen sind. Dafür spreche ich Ihnen gleichermaßen Respekt und Dank aus! Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch für die restliche Wegstrecke Durchhaltevermögen, Ausdauer und ausreichend Unterstützung finden. Vor allem aber wünsche ich dem Jüdischen Campus viel Erfolg! Möge dies ein lebendiger Ort des Austausches, der Bildung, der Kreativität und des Zusammenhalts werden! Ihr Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

 

 

Grußwort des Repräsentanten der Pears Foundation, Herrn Roy Frydling

Sehr geehrter Herr Bundesaußenminister, Heiko Maas, sehr geehrter Herr Botschafter des Staates Israel, Jeremy Issacharoff, sehr geehrter Herr Bürgermeister Kultur und Europasenator von Berlin, Klaus Lederer, sehr geehrter Herr Vorsitzender der SPD Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Raed Saleh, lieber Rabbiner und enger Freund Yehuda Teichtal, liebe Freunde und Gäste. Es ist mir nicht nur eine große Freude, sondern auch eine große Ehre, sie alle, stellvertretend für die Familie Pears aus London, hier auf dem zukünftigen „Pears Jüdischer Campus“ begrüßen zu dürfen. Sie werden sich vielleicht wundern, warum ausgerechnet ich hier stehe und einige kurze Worte an sie richte und ich verspreche ihnen, es wird wirklich kurz. Ich stehe hier nicht nur stellvertretend für die Pears Familie, deren Namen dieser Campus tragen wird, sondern auch als eine Person, die hier in Berlin, in der Jüdischen Gemeinde aufgewachsen ist, als ein Kind dieser Gemeinde, in voller Dankbarkeit! Für die, die mich nicht kennen: Mein Name ist Roy Frydling und ich arbeite seit nahezu 8 Jahren für die Pears Familie hier in Berlin. Diese Zeit , dieses kann ich ohne jeglichen Zweifel sagen, waren Jahre des überdurchschnittlichen wirtschaftlichen Erfolges für die Familie, deren Aktivitäten in Berlin seit 2006 bestehen. In dieser Zeit ist ihnen Berlin sehr ans Herz gewachsen und kommen auch regelmäßig in unsere tolle, pulsierende und internationale Stadt. Die Familie Pears unterstützt seit vielen Jahren über die Pears Foundation in London,

viele Projekte. Es ist aber auch das erste Mal, dass sie ein Projekt dieser Art außerhalb Englands und Israels überhaupt unterstützen und das erste Mal nun ausgerechnet in Berlin. Ist dies ein Zufall ? Nein, es gibt keine Zufälle ! Es zeigt uns allen die Wichtigkeit dieses Projektes für die Pears Familie, insbesondere in diesen leider doch sehr unruhigen Zeiten. Als Rabbiner Teichtal vor einigen Jahren mit der Idee einen Campus zu errichten zu mir kam, war es nur eine Idee, ein Traum. Eine Idee mit einem scheinbar sehr sehr weiten Weg, der nur außerordentlich schwierig zu realisieren schien. Ich muss ihnen sagen, ich wusste aber von Anfang an, dass wenn Rabbiner Teichtal und seine Frau Leah sich in den Kopf setzen einen solchen Campus realisieren zu wollen, dann schaffen sie das. Ich war von dieser Idee, der Errichtung eines Campus von der ersten Sekunde an, mehr als begeistert und gleichermaßen fasziniert.

Ich beschloss Yehuda mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und so gelang es uns auch recht schnell die Pears Familie von der Wichtigkeit und Außergewöhnlichkeit dieses Projektes zu überzeugen. Sehr geehrte Damen und Herren : Es ist ein außergewöhnlicher Tag für Berlin, ein außergewöhnlicher Tag für das jüdische Leben in Berlin. Der Pears Jüdischer Campus in Berlin wird errichtet ! Als einer der drei Brüder, David Pears, vor einigen Monaten in Berlin war und wir im Auto durch Berlin gefahren sind, stellte ich ihm folgende Frage: David, was treibt dich eigentlich noch an jeden Tag zu arbeiten, dich von mir und anderen nerven und stressen zu lassen. Sitz doch jeden Tag in der Sonne, Spiel mit deinen Kindern usw. Ihr habt doch alles was man sich vorstellen kann. Warum genießt du das Leben nicht und hörst auf zu arbeiten ?

Wissen sie was seine Antwort war ? Damit wir in unserem Namen noch mehr Gutes machen können, und denen, die es nicht so gut haben wie wir, zu helfen. Im Judentum ist Zedakah – das hebräische Wort für Wohltätigkeit - eine überaus wichtige Eigenschaft. Es ist eine Form der Dankbarkeit, des Zurückgebens. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei meinen Chefs, den drei Brüdern Mark, Trevor und David Pears bedanken, die durch ihre Großzügigkeit und Unterstützung, einen großen Teil dazu beigetragen haben, dieses Projekt zu ermöglichen. Die Familie Pears ist dankbar ! Wir alle sind es auch! „Es kostet nichts dankbar zu sein, doch es ändert einfach alles“.

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